Fredy Engel

Agentur für Ereignisse

Update: PETITION „SCHLUSS MIT EINWEG-IRRSINN! MEHRWEGBECHER AN DER BREMER BRÜCKE“

Mit dem heutigen Tag haben 500 Menschen die Petition unterzeichnet. Das ist eine tolle Reaktion.

Wir sind uns sicher, dass da aber noch mehr geht. Im Zuge der Petition wurden einige Frage an uns heran getragen, die wir im Folgenden beantworten wollen.

  1. Warum eine Petition?
    Auch wenn die Verantwortlichen des Vereins nicht grundsätzlich gegen den Einsatz von Mehrwegbechern sind und diesen als langfristig  „alternativlos“ bezeichnen, wurde u.A. im Artikel der NOZ  vom 13.02. darauf verwiesen, dass hier nicht nicht mit einem kurzfristigen Umstellen auf Mehrweg zu rechnen ist. Wir möchten mit dieser Petition aufzeigen, das viele VFL-Fans sich eine schnelle Veränderung wünschen. Der öffentliche Druck soll den Zuständigen die Möglichkeit geben Ihr Handeln zu beschleunigen und Handeln zu müssen. Schon zu lange wird unnötiger Weise Müll produziert der die Umwelt belastet und vermeidbar ist.
  2. Warum die Deutsche Umwelthilfe als Partner für unsere Initiative?
    Die DUH engagiert sich seit vielen Jahren für den Einsatz von Mehrwegbechern auf Großveranstaltungen und insbesondere im Spielbetrieb der Fußball-Bundesliga. Die DUH führt hierzu jährliche Umfragen unter allen Vereinen der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga durch, um eine Übersicht über die anfallenden Müllmengen zu bekommen. Desweiteren ist das aktuelle Umdenken der Bundesligavereine wie z.B. dem BVB Dortmund einer Initiative der DUH zu verdanken. Insofern macht es Sinn sich in seinem Engagement gegenseitig zu unterstützen. In der Sache gemeinsam, in den Farben getrennt…
  3. Wie kommen wir auf den Schätzwert von 200.000 weggeworfenen Einwegbechern pro Saison?
    Dies lässt sich relativ einfach errechnen: Bei einem Zuschauerschnitt von 9.000 Besuchern bei jedem Heimspiel (19 in einer Saison mit insgesamt 171.000 Besuchern) und einem durchschnittlichen Pro-Kopfumsatz von ca. 1,2 Getränken kommt der Verein auf mindestens 200.000 Bechern die nach einmaligem Gebrauch im Restmüll landen.Dies ist eine sehr konservative Schätzung. Auf Musikveranstaltungen (z.B. Open-Air, Maiwoche, Schützenfest) geht man von einem Pro-Kopf-Umsatz von ca. 3,5 Getränken aus. Hier ist aber zu berücksichtigen, das diese meist länger als 90-120 Minuten dauert. Dennoch sei darauf hingewiesen, dass davon auszugehen ist, dass beim Fußball überdurchschnittlich getrunken wird…
  4. Es handelt sich doch um recyclingfähige Kunststoffbecher
    Der Hinweis auf die Recyclingfähigkeit der Mehrwegbecher ist nicht nachvollziehbar, da eine getrennte Erfassung der Becher für ein Recycling nicht erfolgreich stattfindet. Die meisten Becher landen im Restmüll und der Verbrennung und weitere Einwegbecher landen im Außenbereich oder werden mitgenommen und unterwegs entsorgt. Ein Recycling der Becher wird also faktisch nicht umgesetzt.
  5. Setzt der VFL Becher aus Maisstärke ein? Der VFL verwendet klimaschädliche Wegwerfplastikbecher aus Polypropylen (PP) ein, die aus fossilem Rohöl produziert werden.
  6. Sind Becher aus Maisstärke umweltfreundlich?
    In den letzten Jahren wurden in deutschen Fußballstadien neue Einwegbecher aus dem Biokunststoff Polymilchsäure (PLA) eingeführt.Diese werden auf der Basis von Mais hergestellt und können nur unter bestimmten labor- und industrietechnischen Bedingungen biologisch abgebaut werden. Werden Sie rund um das Stadion im öffentlichen Raum oder der Landschaft entsorgt, dann bauen Sie sich unter natürlichen Bedingungen ähnlich langsam ab wie normaler Kunststoff.
    Auch eine industrielle Kompostierung von PLA-Bechern ergibt keinen Sinn, weil diese sich im besten Fall zu CO2 und Wasser abbauen würden, ohne signifikante Mengen pflanzenverfügbarer Nährstoffe freizusetzen oder Bodensubstrat aufzubauen.
    Die industrietechnische Kompostierung der PLA-Becher wäre eine völlig nutzlose Entsorgungsleistung.
    Die DUH führt jährlich eine Umfrage unter Bundesligisten zum Abfallmanagement durch. Demnach werden bei Bundesligisten die Einwegbecher einsetzen und diese getrennt sammeln, im besten Fall nur rund die Hälfte der PLA-Becher für eine Vergärung oder ein Recycling erfasst.
    Der Rest landet im gemischten Abfall und der Verbrennung oder wird im Stadionumfeld sowie dem öffentlichen Raum achtlos weggeworfen. Durch die Bewerbung der PLA-Becher als vermeintlich biologisch abbaubar werden Verbraucher sogar dazu animiert die Becher achtlos in der Umwelt zu entsorgen, obwohl sie dort noch lange Zeit als Plastik verbleiben können.
    Die Voraussetzungen für einen biologischen Abbau nach der Zertifizierung EN 13432 sind in der Umwelt nicht gegeben.
    Selbst wenn einige PLA-Becher in der Vergärung landen, so ist der Beitrag zur Methanbildung als gering einzuschätzen und erbringt im Vergleich zur Verbrennung der Becher keine besseren Ergebnisse.

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